WISSENSCHAFTSARTIKEL VON HANS-URS WANNER 1964-1985

Als Ergänzung zu den regelmassig erscheinenden Berichte des Schweizer Feuilleton-Dienstes (SFD) über kulturelle Veranstaltungen (Theater, Ausstellungen, Literatur) wurden von 1964 - 1985 auch Artikel aus dem Bereich Wissenschaft veröffentlicht. Verfasser der jeweils ca. 100 Zeilen umfassenden Berichte war Hans-Urs Wanner, Mitarbeiter am Institut für Hygiene und Arbeitsphysiologie der ETH Zürich.

Auf Anfrage des damaligen SFD-Geschäftsleiters und Redaktors Rudolf Keller übersetzte Hans-Urs Wanner einen im Sommer 1964 in einer Fachzeitschrift erschienenen Artikel über den biologischen Kampf gegen schädliche Insekten (1964). Es folgten weitere Zusammenfassungen und Übersetzungen von wissenschaftlichen Studien sowie auch Artikel über aktuelle Probleme aus seinen eigenen Arbeitsbereichen Gesundheit, Ernährung, Wohnhygiene und Belastung der Umwelt. Einen Schwerpunkt bildeten die damals bereits bekannten Auswirkungen von Luftschadstoffen und von Lärm. Dabei wurden nicht nur die Folgen auf die Gesundheit aufgezeigt, sondern auch wirksame Massnahmen gegen schädliche Belastungen.

Der letzte SFD-Beitrag im Ressort Wissenschaft erschien im August 1985 (Thema: "Ozon schädigt die Pflanzen und unsere Lungen"). Im Dezember 2004 wurde im SFD-Ausschuss mehrmals darüber diskutiert, ob zukünftig wiederum Berichte aus dem Bereich Wissenschaft veröffentlicht werden sollen. Ein Projekt wurde ausgearbeitet, auch fachlich kompetente Autorinnen und Autoren zeigten ihr Interesse an einer Mitarbeit. Es fehlte jedoch an einer gesicherten Finanzierung; Anfragen bei verschiedenen Institutionen und Personen wurden leider durchwegs negativ beantwortet. Der Vorstand des SFD hat deshalb entschieden, dass das Projekt Wissenschaftsartikel SFD nicht weiter verfolgt werden soll.



Rückblick 2014

Zahlreiche neue Kenntnisse und Methoden – Lücken bei der Anwendung

Die vom Schweizer Feuilleton-Dienst (SFD) in den Jahren 1964–1985 veröffentlichten Artikel aus dem Bereich Wissenschaft geben einen guten Einblick in die damaligen wissenschaftlichen Studien. Von Interesse sind vor allem die damals verfügbaren Methoden zum Nachweis gesundheitlicher Auswirkungen von Belastungen am Arbeitsplatz sowie von Verunreinigungen des Bodens, des Wassers, der Luft und der Vegetation. Dank den seither ständig verbesserten Messmethoden und Auswertungen sind heute dazu differenzierte Aussagen und Schlussfolgerungen möglich.

Von grosser Bedeutung sind dabei epidemiologische Untersuchungen, bei denen der Einfluss verschiedener Faktoren erfasst werden kann. Werden diese nicht oder nur ungenügend berücksichtigt, kann dies zu fehlerhaften Schlussfolgerungen führen sowie auch zu Verzögerungen bei der Durchführung von Mass-nahmen.

Zu beachten ist, dass es sehr lange dauern kann, bis wirksame Massnahmen realisiert werden können. So wurden zum Beispiel lange Zeit die gesundheitlichen Auswirkungen von Tabakrauch unterschätzt; erst die seit einigen Jahren getroffenen Massnahmen (u.a. Rauchverbot am Arbeitsplatz, in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln) brachten deutliche Verbesserungen. Dabei hat sich gezeigt, dass Verbote und Vorschriften allein oft nicht genügen; notwendig sind auch Verhaltensänderungen und das Ver-ständnis für einen wirksamen Schutz vor den schädigenden Auswirkungen des Tabakrauches auf die Gesundheit.

Die in den SFD-Artikeln aufgeführten Beispiele zeigen, dass auf Grund der Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen erfolgreiche Anwendungen realisiert werden können. Die Umsetzung neuer Kenntnisse in die Praxis ist jedoch oft noch mangelhaft und ungenügend. Viele Befunde und Erfahrungen werden noch zu wenig genutzt oder nicht mehr weitergeführt.

Die Voraussetzungen für die Planung und Durchführung von Forschungsprojekten und Entwicklungen sind heute vorhanden: die rasch zugängliche Fachliteratur, eine gute Kommunikation zwischen den an gemeinsamen Projekten arbeitenden Wissenschaftlern sowie die erforderlichen Infrastrukturen. Eine wichtige Rolle – auch im Hinblick auf die Finanzierung wissenschaftlicher Arbeiten – spielt die Information der Öffentlichkeit und der zuständigen Politiker über neue wissenschaftliche Kenntnisse, über deren Bedeutung im Alltag, über weitere Entwicklungen und deren Risiken.



Schweizer Feuilleton-Dienst (sfd)