KULTURORTE (2015)

Boschbar in Zürich: "Wir wollen gute Kultur zu sozialen Preisen"
In Zürich, der teuersten Stadt der Welt, hält sich die Boschbar mit moderaten Preisen für Kultur und Konsumation seit zwanzig Jahren über Wasser. Für die Aktivisten Samuel Iseli und Thomas Tobler geht das nur, weil alle Helfer gratis anpacken - und weil man den Montag als Partytermin fixiert hat.
Von Beat Grossrieder

Kulturschuppen in Klosters GR: "Gerade Topstars schätzen das Ambiente hier"
Der Kulturschuppen in Klosters ist Kleinkunstbühne, Konzertlokal und Kino für Einheimische und Feriengäste. Daniela und Roland von Ow vom grossen Veranstalterteam bescheren dem Prättigauer Kurort ein einzigartiges Bühnenprogramm.
Von Frank von Niederhäusern

Théâtre du Jorat in Mézières VD: "Ein Ensemble von einmaligem Charme"
In Mézières auf dem waadtländischen Hochplateau steht das Théâtre du Jorat, eine einmalige Holzkonstruktion aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Für das abwechslungsreiche Programm sorgt Direktor Michel Caspary und knüpft so an die gloriose Geschichte des Hauses an.
Von Bruno Rauch

Kulturarchiv Oberengadin in Samedan GR: "Bei Anfragen sage ich nie nein"
Das Kulturarchiv im Oberengadiner Ort Samedan besitzt über 500 Bestände mit 130'000 Dokumenten - Briefe, Tagebücher, Fotos oder Kunstwerke. Sie alle erzählen "etwas für die Region Charakteristisches", sagt die Leiterin Dora Lardelli. Wer sich dafür interessiert, ist hier immer willkommen.
Von Karl Wüst

Gschichtuhüs Agarn VS: "Wir geben uns überlieferte Geschichten weiter"
In Agarn VS pflegen fünf Frauen seit über 20 Jahren die Kunst des Erzählens. Als "Boozu Team" lassen sie die alten Geschichten von den "Bozen", den zurückgekehrten Toten, wieder aufleben, zusammen mit anderen Walliser Sagen. Und beim Erzählen von Märchen nehmen sie die Zuhörer mit in Welten, die gleichzeitig fern und nah sind. Seit 2013 tun sie dies im von ihnen gegründeten "Gschichtuhüs", dem ersten Erzähllokal im Oberwallis.
Von Ursula Binggeli

Theaterstudio Golda Eppstein in Zürich: "Wir haben immer viel zu viel Angst"
Das mobile Theaterstudio Golda Eppstein in Zürich lebt von der Person Golda Eppstein. *Wagen, wonach man sich sehnt" lautet das Motto der kreativen Theaterpädagogin, die Kindern und Amateuren zeitgenössische Theaterformen vermittelt.
Von Sabine Arlitt

Die Loge in Luzern: "Herzblut ist für diese Arbeit zentral"
Seit 2004 bildet die Loge in Luzern einen Hotspot des gesprochenen Worts. Betrieben wird sie von André Schürmann zusammen mit seinem Kompagnon Jürg Lischer. Die Loge demonstriert, dass eine Bühne von fünf Quadratmetern die Welt bedeuten kann.
Von Beat Mazenauer

Progr in Bern: "Über 100 Kulturschaffende warten hier auf ein Atelier“
Bis 2004 gaben sich im Progr, dem Zentrum für Kulturproduktion im Herzen der Stadt Bern, Schüler die Türklinke in die Hand, heute sind es Künstlerinnen und Künstler aller Sparten. Geschäftsleiterin Franziska Burkhardt behält den Überblick in einem einzigartigen Bienenhaus der Kunst.
Von Annina Hasler

Kulturbühne "La Vouta" in Lavin GR: "Mit Herzblut und innerer Kraft"
Die Kulturbühne "La Vouta" in Lavin sorgt für frischen Wind im Unterengadin. Die Theater- und Musikproduktionen ihres Programms finden die Leiterinnen Anna Serarda Campell und Gianna Olinda Cadonau in Zürich, Bern, Aarau, Chur oder noch weiter weg.
Von Karl Wüst

Dorfbibliothek Gais AR - "BiblioGais": "Die Leute sollen lesen, was ihnen Spass macht"
In Gais AR ist die mobile Bibliobahn zur stabilen Dorfbibliothek geworden. Entstanden ist sie aufgrund der Initiative, gepaart mit Berharrlichkeit und Freiwilligenarbeit, von Ursula Lendenmann und weiteren Bibliomanen.
Von Bruno Rauch

Teatro Paravento in Locarno: "Wir erschaffen einen magischen Ort"
Mit seinen 80 Sitzplätzen gehört das Teatro Paravento in Locarno zu den kleinen Bühnen im Land. Gleichwohl hat sich das Theater unter der Leitung von Miguel Ángel Cienfuegos und Luisa Ferroni einen überregionalen Namen gemacht.
Von Antje Bargmann

Zentrum für Gegenwartskunst Nairs in Scuol GR: "Die Zeit tickt anders hier"
Das Zentrum für Gegenwartskunst Nairs in Scuol GR verbindet ein Künstlerhaus mit kulturellen Veranstaltungen und transdisziplinärer Forschung. Als langjähriger Leiter dieser Oase im Mainstream ist Christof Rösch überzeugt, dass es der Ort selbst ist, dem die Visionen entwachsen.
Von Sabine Arlitt

Kantonsspital Aarau: "Manchmal werden aus Patienten später Vernissagebesucher"
Im Kantonsspital Aarau spielt neben der Spitzenmedizin auch die bildende Kunst eine Rolle. Die Kunstbeauftragte Sadhyo Niederberger betreut nicht nur die spitaleigene Sammlung, sondern ist auch Kuratorin. Mehrmals im Jahr folgen Künstlerinnen und Künstler ihrer Einladung und setzen im Rahmen von Ausstellungen neue Akzente im Spitalbetrieb.
Von Ursula Binggeli

Musig im Ochse/Musig im Pflegidach in Muri AG: "Ich biete unseren Musikern Familienanschluss"
Unter US-Jazzern gilt Muri AG als Traumdestination. Im Freiämter Ort treffen sie im Ochse und nächstens im Pflegidach auf ein interessiertes Publikum und den aussergewöhnlichen Veranstalter Stephan Diethelm.
Von Frank von Niederhäusern

Festival Antigel in Genf: "Unser Ziel ist ein Jamais-Vu"
Das Genfer Festival Antigel hat die Peripherie für sich entdeckt und sprengt Normen, weil es Kultur dort programmiert, wo sie gewöhnlich nicht stattfindet: im Hallenbad, vor der Gepäckausgabe im Flughafen, in einer Kiesgrube. Eric Linder, musikalischer Leiter und Gründer, sieht es gerne, wenn sein Publikum mit offenen Augen träumt.
Von Judith Wyder



Schweizer Feuilleton-Dienst (sfd)